Maulwürfe, Matsch und drei Punkte: C-Juniorinnen knacken das Brunner Bollwerk!
Englisches Fußballwetter, ein unerwarteter Platzwechsel und jede Menge Diskussionen vor dem Anpfiff. Das Heimspiel unserer C-Juniorinnen gegen den SV Brunn hatte bereits einiges an Aufregung zu bieten, bevor überhaupt der erste Ball rollte. Am Ende stand ein verdienter 2:0-Erfolg für unsere Mädchen. Spielerisch sicherlich kein Leckerbissen, aber drei wichtige Punkte, die man sich unter diesen Bedingungen erst einmal erarbeiten musste.
Wenn die Maulwürfe zum Spielverderber werden
Schon vor dem Anpfiff war klar, dass dieser Fußballnachmittag kein gewöhnlicher werden würde. Während andernorts zahlreiche Spiele wegen der schlechten Witterung abgesagt wurden, wollten unsere Mädchen unbedingt spielen. Allerdings hatte sich auf unserem Platz 4 offenbar eine kleine Maulwurffamilie besonders wohlgefühlt. Die fleißigen Untermieter hatten ihre Spuren hinterlassen und einige Löcher verursacht. Unser Stefan hatte diese zwar gewissenhaft aufgefüllt, sodass aus unserer Sicht einem Fußballspiel nichts im Wege stand. Auch der Schiedsrichter hatte keine grundsätzlichen Einwände gegen die Bespielbarkeit des Platzes. Der Trainer der Gäste aus Brunn sah das allerdings anders und wollte seine Mannschaft dort nicht antreten lassen. Es wurde diskutiert, geprüft und nach einer Lösung gesucht. Die Minuten verstrichen, die Mädchen warteten und aus der geplanten Anstoßzeit wurde allmählich eine Geduldsprobe. Schließlich entschlossen wir uns, die Partie auf Platz 3 auszutragen. Denn eines war uns wichtiger als jede Diskussion: Die Mädchen sollten Fußball spielen können!
Dass Platz 3 seine ganz eigenen Tücken besitzt, ist allerdings ebenfalls kein Geheimnis. Der unebene Untergrund sorgt regelmäßig dafür, dass der Ball eine andere Richtung einschlägt als ursprünglich vorgesehen. Ein sauberer Pass kann da schon einmal zum kleinen Glücksspiel werden. Die ungewöhnlichen Umstände hatten bei beiden Mannschaften ihre Spuren hinterlassen. Der gewohnte Rhythmus fehlte zunächst, und auch die schwierigen Platzverhältnisse machten es nicht gerade einfacher, einen gepflegten Kombinationsfußball aufzuziehen. Dennoch war die Marschroute unseres Trainers Flo eindeutig: Von Beginn an die Kontrolle übernehmen, Druck aufbauen und diesmal die Torchancen konsequenter nutzen als beim ersten Aufeinandertreffen. Unsere Mädchen setzten diese Vorgabe zunächst gut um. Sie übernahmen die Initiative, drängten die Gäste in die eigene Hälfte und belohnten sich früh mit dem Führungstreffer zum 1:0. Ein Auftakt nach Maß!
Wer nun allerdings auf ein wahres Offensivfeuerwerk gehofft hatte, wurde enttäuscht. Denn was folgte, war ein Spiel, das sich über weite Strecken in einer bemerkenswerten Endlosschleife bewegte. Langer Abstoß von Brunn. Ballgewinn unserer Mädchen. Angriff auf das gegnerische Tor. Wieder ein langer Abstoß. Dazwischen ein paar Einwürfe, manchmal gleich mehrere hintereinander. Und dann begann das Ganze wieder von vorne. Unsere C-Juniorinnen hatten die Partie zwar fest im Griff, fanden aber nur selten die richtigen Lösungen, um die kompakt stehende Defensive der Gäste entscheidend auseinanderzuspielen. Brunn verteidigte mit großem Einsatz und machte die Räume geschickt eng. Unsere Mädchen wiederum ließen zwar den Ball laufen, doch der entscheidende Pass, die überraschende Idee oder der konsequente Abschluss fehlten zu häufig. So wurde aus einer eigentlich klaren Angelegenheit eine zähe Geduldsprobe.
Ein Freistoß aus der eigenen Hälfte sorgt für Aufsehen
Defensiv gab es an diesem Nachmittag dagegen kaum etwas auszusetzen. Unsere Abwehr stand sicher, ließ den Gästen praktisch keinen Raum zur Entfaltung und unterband die wenigen Angriffsbemühungen frühzeitig. Lediglich ein einziger Torabschluss aus der zweiten Reihe gelang den Brunner Mädchen während der gesamten Partie. Doch solange es nur 1:0 stand, blieb zumindest ein kleines Restrisiko. Schließlich reicht im Fußball manchmal eine einzige unglückliche Aktion, um ein eigentlich überlegen geführtes Spiel aus der Hand zu geben. Nach 45 Minuten folgte dann allerdings die wohl außergewöhnlichste Szene des Nachmittags.
Freistoß für unsere Mannschaft. Und zwar nicht irgendwo in Tornähe, sondern tief in der eigenen Hälfte. Was zunächst nach einer gewöhnlichen Spielfortsetzung aussah, entwickelte sich zum Höhepunkt des Spiels. Der Ball wurde weit nach vorne geschlagen, flog über das Spielfeld und landete tatsächlich direkt im gegnerischen Tor! 2:0! Ein Treffer, mit dem in diesem Moment wohl niemand gerechnet hatte! Ob der Ball dabei von den eigenwilligen Platzverhältnissen profitierte oder einfach perfekt getroffen war, spielte spätestens beim Torjubel keine Rolle mehr.
Drei Punkte statt Fußballzauber
In der Schlussphase erspielten sich unsere Mädchen noch einige gute Möglichkeiten, doch ein weiterer Treffer wollte nicht mehr gelingen. So blieb es beim verdienten und letztlich ungefährdeten 2:0-Heimsieg. Ein Ergebnis, mit dem Trainer Flo zufrieden sein konnte. Mit der spielerischen Leistung dagegen wohl deutlich weniger. Denn so ehrlich muss man sein: Trotz klarer Überlegenheit gelang es unserer Mannschaft nur selten, die kompakte Brunner Defensive mit kreativen Kombinationen oder überraschenden Spielzügen auszuhebeln. Natürlich waren die Platzverhältnisse alles andere als ideal. Aber auch unter schwierigen Bedingungen muss es gelingen, spielerische Lösungen zu finden und die eigenen Möglichkeiten konsequenter zu nutzen.
Positiv bleibt vor allem die erneut überzeugende Defensivleistung. Über die gesamte Spielzeit nur einen einzigen gegnerischen Torabschluss zuzulassen, spricht für die gute Organisation und Konzentration unserer Mannschaft. Auch den Gästen aus Brunn gebührt Anerkennung. Trotz der spielerischen Überlegenheit unserer Mädchen verteidigten sie diszipliniert, kämpften um jeden Ball und machten es unserer Offensive alles andere als leicht. Am Ende standen drei Punkte, zwei Tore und eine weiße Weste. Was bleibt, ist aber auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Sieg ein fußballerisches Glanzstück sein muss. Manchmal braucht es eben Geduld, Kampfgeist und die Bereitschaft, auch ein schwieriges Spiel konzentriert zu Ende zu bringen.
Unsere C-Juniorinnen haben ihre Pflichtaufgabe erfüllt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und während auf dem Spielfeld über weite Strecken eher wenig Spektakuläres passierte, war rundherum durchaus einiges geboten. Fast 30 Minuten Verzögerung, ein unfreiwilliger Platzwechsel, englisches Fußballwetter und ein Freistoßtor aus der eigenen Hälfte. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein paar fleißige Maulwürfe für mehr Aufregung sorgen würden als 70 Minuten Fußball? Die drei Punkte bleiben jedenfalls beim Freier TuS. Und die Maulwürfe? Die dürfen sich hoffentlich bald wieder auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren: unterirdisch arbeiten, statt unsere Fußballspiele durcheinanderzubringen!






