B-Juniorinnen feiern verdienten 2:1-Auswärtssieg in Steinsberg
Freitagabend, 17:30 Uhr, bestes Fußballwetter in Steinsberg und ein Spiel, das für unsere B-Juniorinnen deutlich mehr war als nur die nächsten drei Punkte. Zu oft hatten uns die vergangenen Duelle gegen den FSV Steinsberg geärgert. Die Erinnerung an die 0:2 Heimniederlage im Oktober war noch präsent. Auswärtsspiele dort fühlten sich zuletzt selten gut an. Genau deshalb lag vor dem Anpfiff eine besondere Spannung in der Luft. Personell mussten wir einige Ausfälle verkraften, bekamen aber starke Unterstützung aus der Frauenmannschaft: Luzia und Carla halfen aus.
Schon beim Aufwärmen war zu spüren: Heute ist etwas anders. Die Mädels wirkten konzentriert, wach und dynamisch. Gemeinsam mit Christian hatte ich die Aufstellung leicht verändert und wir kehrten zurück zur bewährten Viererkette. Natürlich waren einige Spielerinnen zunächst nervös, aber genau diese Nervosität verwandelte sich schnell in Energie. Und dann ging alles plötzlich ganz schnell. Kaum hatte Schiedsrichterin Laura die Partie angepfiffen, spielten unsere Mädels mutig nach vorne. Bereits in der 2. Minute landete der Ball bei Marlene und sie machte genau das, was Torjägerinnen eben tun: Ball im Netz. 1:0 für uns.
Dieses frühe Tor war in vielerlei Hinsicht besonders. Zum einen belohnte sich Marlene endlich wieder für ihren enormen Aufwand, ihren Kampfgeist und ihre Laufarbeit. Zum anderen war es ein Gefühl, das uns zuletzt oft gefehlt hatte: Wir gingen in Führung. Nicht der Gegner. Keine hektische Aufholjagd. Keine kalte Dusche nach wenigen Minuten. Sondern ein Spiel, in dem wir den Ton angaben. Und genau das taten die Mädels auch. Der Ball lief überwiegend in Richtung Steinsberger Tor. Unsere Mannschaft spielte mutig, aggressiv gegen den Ball und mit deutlich mehr Entschlossenheit als noch in den vergangenen Wochen. Trotzdem blieb Steinsberg gefährlich. Immer wieder versuchten sie, Nadelstiche zu setzen. Doch entweder war unsere Defensive aufmerksam oder Isi im Tor zeigte einmal mehr, warum sie für diese Mannschaft so unfassbar wichtig ist. Mit Ruhe, Übersicht und starken Aktionen gab sie dem Team enormen Halt.
Mit der knappen, aber verdienten 1:0-Führung ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel machten unsere Mädels genau da weiter. Kein Verwalten, kein Zittern, sie wollten mehr. Und wieder war es Marlene, die zuschlug. Nach einer starken Vorlage von Isabell erhöhte sie sechs Minuten nach Wiederanpfiff auf 2:0. Ein wunderschöner Angriff, direkt und konsequent zu Ende gespielt. Es folgten weitere Chancen. Mehrere gute Abschlüsse, viel Druck auf das gegnerische Tor, doch entweder fehlte die letzte Genauigkeit oder die Torhüterin von Steinsberg reagierte stark.
Wer allerdings dachte, Steinsberg würde aufgeben, lag komplett falsch. Die Gastgeberinnen kämpften leidenschaftlich um den Anschluss. Und dann kam diese eine Szene, die das Spiel plötzlich wieder spannend machte: Nach einem Konter musste Isi weit aus ihrem Tor herauskommen, um die Situation zu klären. Der Ball landete jedoch genau vor den Füßen einer Gegenspielerin. Diese reagierte blitzschnell, erkannte die Situation und traf aus der Distanz zum 1:2. Noch zwanzig Minuten zu spielen. Jetzt wurde es hektisch. Beide Mannschaften warfen alles hinein. Steinsberg drängte auf den Ausgleich, wir wollten die Entscheidung erzwingen. Zweikämpfe, Emotionen, Tempo, genau die Art von Schlussphase, die Trainer altern lässt wie eine Banane im Hochsommer. Fußball ist manchmal ein seltsames Theaterstück aus Hoffnung, Chaos und Herzrasen.
Dann der Schlusspfiff. Erleichterung. Freude. Stolz. Ja, Steinsberg war enttäuscht. Aber diesmal waren wir die Mannschaft, die den Platz als verdienter Sieger verließ. Weil wir es mehr wollten. Weil wir mutig gespielt haben. Weil endlich wieder dieser Wille sichtbar war, ein Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. Und genau das hat uns Trainer am meisten gefreut. Nicht nur das Ergebnis. Sondern die Entwicklung.
Für Marlene war es natürlich ein ganz besonderer Abend. Mit ihren beiden Treffern kletterte sie auf Platz zwei der Torjägerliste, eine verdiente Belohnung für eine Spielerin, die sich Woche für Woche in den Dienst der Mannschaft stellt. Dieser Sieg war wichtig. Für die Tabelle. Für die Mannschaft. Für das Selbstvertrauen. Und vielleicht auch ein bisschen für die Seele der Trainer. Denn manchmal sieht man in genau solchen Spielen, warum man all das macht: Wegen der Entwicklung. Wegen der Emotionen. Wegen dieser völlig unterschiedlichen Charaktere, die gemeinsam zu einer Mannschaft werden. Und genau deshalb fühlte sich dieser Abend in Steinsberg nicht einfach nur wie drei Punkte an, sondern wie ein Schritt nach vorne.

